Freitag, 18. Juli 2014

Sushi Connection Hamburg: Kampai Sushi Bar

Es ist ein bisschen seltsam, am hellichten Tag über die Reeperbahn zu schlendern. Kurz vor sieben hängen an den Straßenecken bereits ein paar wenige Betrunkenen rum, als ich in den Hamburger Berg abbiege. Für Barhopping mit alternativer Musik ist der Hamburger Berg immer eine gute Adresse. Um diese Uhrzeit ist auf den Straßen allerdings kaum etwas los und mir ist auch gar nicht nach Barhopping zumute.

Kampai Sushi Bar Hamburger Berg, Hamburg

Ich halte Ausschau nach einem Schild, auf dem "Kampai Sushi Bar" stehen soll und werde schließlich fündig. "Bar" trifft es sehr gut, denn der Laden ist winzig. Ich bin nicht das erste Mitglied der Sushi Connection Hamburg, ich werde bereits fröhlich durch das Fenster begrüßt. In der Bar ist gerade einmal so viel Platz, um sich auf der Stelle zu drehen, die Barhocker stehen sehr eng bei einander und mit viel Mühe finden vielleicht zehn Personen rund Platz. Wir sitzen direkt vor dem Fenster (wie die Hühner auf der Stange) und können das erwachende Treiben auf dem Hamburger Berg beobachten.

Am Fenster in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Goro Enomoto, als Sushi Meister seit über 35 Jahren in Hamburg bekannt, kommt mir ein bisschen vor wie der Mister Miyagi der Sushi Kunst. Er ist trocken, ein bisschen ruppig, gleichwohl herzlich und typisch japanisch in einem, was ihn mir auf Anhieb sympathisch macht. Ich bin schon sehr gespannt auf unser bereits im Vorfeld geordertes Sushi-Schiff, das eigentlich gar keinen Platz mehr auf dem schmalen Tresen hat. Erst einmal aber gibt es zum georderten Tee ein bisschen eingelegtes Gemüse, Gurken, Algen, Ingwer (den ich getrost liegen lasse.

Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Meine Befürchtungen sind unbegründet, denn für Sushi findet man immer einen Platz. Das Sushi sieht fantastisch aus und der Lachskopf, der uns als Florian vorgestellt wird, wirkt eher vertrauenserweckend als abschreckend, da er auf sehr frischen Fischs schließen lässt.

Fassen wir kurz zusammen:
Das Gemüse-Tempura ist mit süßer Soße und frisch zubereitet sehr lecker, obwohl wir nicht haben herausfinden können, welches Gemüse wir teilweise eigentlich gegessen habe - die Vermutungen gehen stark in Richtung Süßkartoffel oder Kürbis.
Die Makis und die Nigiris sind in einem sehr guten Verhältnis Fisch zu Reis zubereitet, der Reis ist schön klebrig und weder zu fest noch zu locker.
Der Fisch ist von sehr guter Qualität, was ich persönlich immer am Thunfisch ausmache, da dieser in Deutschland häufig leider nicht ganz so gut schmeckt.
Das Tamago (süßes Rührei) eine sehr leckere Beigabe und genau richtig für einen neutralen Happen zwischendurch.

Und ich muss gestehen: die Platte war uns natürlich nicht genug und wir haben jeweils noch einen kleinen Nachschlag geordert. Die Unagi Nigiri waren ebenfalls großartig, der Aal nicht zu trocken und die süße Soße genau richtig.

kleines Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann aber doch: Aus von Nicht-Japanern geführten Sushi Restaurants und Bars bin ich es gewöhnt, dass die Enden bei den Makis nicht abgeschnitten werden. Das gehört aber eigentlich dazu und meine Erwartungen diesbezüglich an japanische Sushi Meister ist ein wenig höher als an andere.

Fazit: Die Kampai Sushi Bar rangiert ganz klar unter meinen bisherigen Top-Sushi-Restaurants und ein Besuch sei jedem wärmstens empfohlen. Einen Platz sollte man sich aber besser reservieren.

kampai sushi bar
Hamburger Berg 25
20359 Hamburg

Tresen der Kampai Sushi Bar Hamburg

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